bullshit jobs

Bullshit-Jobs

Alle hatten wir schon mal das Gefühl, dass ausgerechnet das, was jetzt unbedingt erledigt werden muss, vollkommen überflüssig ist. Eigentlich könnte man die aktuelle Tätigkeit auch sein lassen

Diese Erfahrung vieler Menschen war der Ausgangspunkt eines kleinen Artikels von David Graeber im Frühjahr 2013. Er vertrat darin die These, dass der technologische Fortschritt es eigentlich ermöglichen würde, nur noch eine 15-Stunden-Arbeitswoche zu haben. In seinem Artikel suchte er nach Antworten auf die Frage, warum wir dennoch bis heute 40 oder mehr Stunden arbeiten.

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Sie halten für uns das Netz sauber: Die Content-Moderators in Manila, Essen und Berlin. Sie entfernen für Facebook, Google und Co anstößige oder kriminelle Inhalte. Wie sie ihre Arbeit verrichten und was das für Folgen hat zeigt der Film „The Cleaners“ (Arte, ARD).

Das Selbstverständnis der Content-Moderators ist klar: Sie sehen sich als diejenigen, die das Internet von Schmutz und Kriminalität bereinigen.

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Alles ist wunderbar: bedingungsloses Grundeinkommen, kommunale Autos für alle auf Abruf und Vegetarismus als Grundprinzip der Gesellschaft. Roboter erledigen alle für den Menschen zu mühseligen oder gefährlichen Arbeiten, sie sorgen für Sicherheit und Wohlstand in der Optimalwohlökonomie.

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Nein, er ist nicht tot, der Kapitalismus. So jedenfalls Timo Daum in "Das Kapital sind wir", eine Nautilus Flugschrift. Allerdings wird der Kapitalismus zukünftig nicht mehr auf Massenproduktion und Massenkonsum basieren, die Anhäufung von Geldwerten wird über die Nutzung von Daten geschehen. Gewinn wird über die Strukturierung und private Aneignung allgemein öffentlicher Daten erzeugt. Anders als im klassischen Kapitalismus wird nicht mehr die Arbeitskraft direkt ausgebeutet, Wertschöpfung geschieht über Kontrolle und Strukturierung von Daten.